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Community

Vernetzen Sie sich mit anderen Promovierenden, tauschen Sie Erfahrungen aus und finden Sie Unterstützung.

Wissenschaft lebt vom Austausch. Für eine erfolgreiche Promotion ist es wichtig, Kontakte zu anderen Forschenden und Promovierenden aufzubauen und aktiv zu pflegen.
Netzwerke helfen dabei, Wissen zu teilen, Feedback zu erhalten und gemeinsame Projekte anzustoßen.

Warum sind Netzwerke wichtig?

Wie baue ich ein Netzwerk auf?

Community-Bereich der Plattform

In dieser Kategorie können Sie sich mit anderen Promovierenden sowie betreuenden Professor*innen austauschen. Der Community-Bereich dient als geschützter Raum, um Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und Kontakt zu knüpfen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der eigenen Hochschule/Universität. 

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Erfahrungsberichte von Promovierten

Was haben Sie studiert und wo?
Wie kam es zu der Entscheidung für eine Promotion?
Welche Promotionsform haben Sie gewählt (Unipromotion, kooperative Promotion, etc.) und warum?

Ich habe Sozialwissenschaften in Osnabrück und Gerontologie in Vechta studiert. Die Entscheidung zur Promotion kam durch meine berufliche Tätigkeit in einem wissenschaftlichen Projekt an der Uni Osnabrück und dem Interesse daran, mich ausführlich mit einer wissenschaftlichen Fragestellung beschäftigen zu können. Ich habe im Rahmen einer WiMi-Stelle an einer Universität promoviert und dort eine Monographie geschrieben.

Worüber haben Sie promoviert?
Was hat Sie an diesem Thema besonders interessiert?

Das Thema meiner Promotion lautet „Erwerbsbiographien von Landwirten vor dem Hintergrund des Strukturwandels“.

Besonders interessiert hat mich der Einfluss aktueller gesellschaftlicher Rahmenbedingungen auf das Berufsbild sowie die Erwerbsbiographien.

Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?
Gab es besondere Schwierigkeiten oder Rückschläge und wie sind Sie damit umgegangen?


Positive Erfahrungen:
Ich habe viele andere Doktorand*innen kennen gelernt, mit denen ich heute noch in Kontakt stehe und der Austausch mit ihnen hat mir unheimlich geholfen – vor allem in dem Punkt, dass man nicht alleine vor Hürden steht bzw. es anderen ähnlich geht und man sich dann gegenseitig unterstützen kann.

Die größte Schwierigkeit waren die immer wiederkehrenden Selbstzweifel: Kann ich das überhaupt? Was soll ich danach machen? 

Wie haben Sie Ihre Promotion finanziert (z. B. Stipendium, Anstellung, Eigenfinanzierung)?
Was haben Sie zur Qualifizierung während der Promotion gemacht?

Da ich im Rahmen einer Vollzeit-Wimi-Stelle promoviert habe, hatte ich das große Glück mir über die Finanzierung keine großen Gedanken machen zu müssen. 

Ich habe an Tagungen, Weiterbildungsangeboten der Universität und Doktorand*innenwokshops teilgenommen. Außerdem war ich in der Lehre, Studiengangsorganisation und Gremienarbeit tätig.

Wie haben Sie sich während der Promotionszeit motiviert, insbesondere auch in anspruchsvollen Phasen?
Der Austausch mit anderen Promovierenden und Kolleg*innen hat mir immer geholfen und mich motiviert.

In anspruchsvollen Phasen hat es mir aber auch immer gut getan mit Menschen in meinem privaten Umfeld zu sprechen oder einfach mal eine Stunde raus oder schwimmen zu gehen, den Kopf auszuschalten und mich dann wieder mit neuer Motivation an den Schreibtisch zu setzen.

Wenn Sie heute auf die Promotionszeit zurückblicken: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Würden Sie sich noch einmal für diesen Weg entscheiden?
Würden Sie etwas anders machen?

Ich würde mich immer wieder für diesen Weg entscheiden.
Ich würde während der Promotionszeit schon mehr Aspekte anstoßen, die für die wissenschaftliche Karriere förderlich sind (z.B. Publikationen, Netzwerkpflege).
Die Wichtigkeit war mir in dem Moment noch nicht so explizit bewusst bzw. ich war hinsichtlich meines weiteren beruflichen Weges noch sehr unsicher.

In welchem Bereich arbeiten Sie heute?
Hängt die aktuelle Tätigkeit mit der Promotion oder dem Fachgebiet zusammen?

Ich arbeite als WiMi und LfbA an einer Universität in meinem Fachgebiet und arbeite parallel an meiner Habilitationsschrift.

Welchen Ratschlag/welche Worte würden Sie aktuell Promovierenden mit auf den Weg geben wollen? 
Man muss für das Thema brennen, dann kann es eine sehr sehr tolle Zeit werden.
Klar ist es auch mal hart, aber eine wahnsinnig wertvolle Erfahrung und Selbstentwicklung im Rahmen derer man sehr viel über sich selbst lernt.

Was haben Sie studiert und wo?
Wie kam es zu der Entscheidung für eine Promotion?
Welche Promotionsform haben Sie gewählt (Unipromotion, kooperative Promotion, etc.) und warum?

Politikwissenschaft in Bremen, Universität Bremen. Ich habe mich für eine Promotion entschieden, weil ich mit meiner Forschung 'noch nicht am Ende' war. Ich fand die Masterarbeit herausfordernd, habe aber auch ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit erfahren. Beides wollte ich in der Promotion weiterführend. 
Promoviert habe ich an der Universität Osnabrück

Worüber haben Sie promoviert?
Was hat Sie an diesem Thema besonders interessiert?

Ich habe über machttheoretische Veränderungen im Zuge der Digitalisierung promoviert. Also wie unser Nachdenken über Herrschaft und Demokratie durch die allgemeine Vernetzung und Beschleunigung von Kommunikation verändert wird. 

Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?
Gab es besondere Schwierigkeiten oder Rückschläge und wie sind Sie damit umgegangen?

Insgesamt war es toll eine eigene Fragestellung und ein eigenes Forschungsinteresse so umfassend verfolgen zu können und aus sich selbst heraus zu entwickeln.

Das machte unmittelbar auch die Schwierigkeit aus, denn Selbstmotivation und Selbstzweifel bekommen in einem solchen Projekt natürlich extreme Bedeutung. Ich habe mir engen fachlichen Austausch gesucht und organisiert und war sehr dankbar für viel emotionale Unterstützung aus meiner Familie.

Wie haben Sie Ihre Promotion finanziert (z. B. Stipendium, Anstellung, Eigenfinanzierung)?
Was haben Sie zur Qualifizierung während der Promotion gemacht?

Mittelbaustelle am Lehrstuhl mit 2 SWS Lehrverpflichtung. 

Ich habe einige Aufsätze publiziert, bin auf 1-2 Tagungen im Jahr gefahren und habe an dem Zertifikatsprogramm Hochschuldidaktik der Unis Bremen und Osnabrück teilgenommen.

Wie haben Sie sich während der Promotionszeit motiviert, insbesondere auch in anspruchsvollen Phasen?
Besonders wichtig war das klare Anerkennen von Schwierigkeiten, das Feiern auch kleiner Meilensteine und die alltägliche Strukturierung (Schreibsessions, Pomodoro Technik etc.).

Wenn Sie heute auf die Promotionszeit zurückblicken: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Würden Sie sich noch einmal für diesen Weg entscheiden?
Würden Sie etwas anders machen?

Es war zwar eine große Herausforderung, aber ich bin insgesamt persönlich an der Promotion gewachsen. Nicht nur fachlich, sondern auch als Individuum. Ich würde den Weg wieder gehen, aber mir selbst eine Schippe mehr Gelassenheit wünschen.

In welchem Bereich arbeiten Sie heute?
Hängt die aktuelle Tätigkeit mit der Promotion oder dem Fachgebiet zusammen?

Aktuell bin ich im Wissenschaftsmanagement tätig, ich fördere Promovierende und Postdocs und bin allgemein in der Forschungsförderung tätig. Mein Bezug ist weniger fachlich als handwerklich, d.h. ich kann aktuell all das einbringen, was ich mir handwerklich während der Promotion beigebracht habe.

Welchen Ratschlag/welche Worte würden Sie aktuell Promovierenden mit auf den Weg geben wollen? 
Macht euch Gedanken über ein gutes Unterstützungsnetzwerk. Nicht nur fachlich (Betreuende, andere Doktorand:innen), sondern auch privat, ihr werdet Unterstützung von Freunden und Familie brauchen.

Was haben Sie studiert und wo?
Wie kam es zu der Entscheidung für eine Promotion?
Welche Promotionsform haben Sie gewählt (Unipromotion, kooperative Promotion, etc.) und warum?

Ich habe an der Universität Bremen im Bachelor English-Speaking Cultures und Germanistik mit einem thematischen Fokus auf Literaturwissenschaften und im Master dann ebenfalls in Bremen Transnationale Literaturwissenschaft studiert.

Nachdem ich mich schon länger sehr für eine Karriere in der Wissenschaft interessiert und sehr in Kursen und in Gremien engagiert hatte, wurde ich von einem meiner Professoren angesprochen, dass in einem Drittmittelprojekt eine Promotionsstelle demnächst freiwerden würde, die ich begeistert angenommen habe.
Meine Dissertation war eine Unipromotion an der Universität Bremen in Form einer Monographie und lief von Juli 2018 bis zur Verteidigung im Juni 2024.

Worüber haben Sie promoviert?
Was hat Sie an diesem Thema besonders interessiert?

Ich habe promoviert zu der Geschichte der Naturwissenschaften und inwiefern Frauen und ihre Beiträge systematisch aus der androzentrischen Geschichtsschreibung entfernt wurden.

Mein Fokus lag darauf, wie das zeitgenössische Wissenschaftstheater narrative Mittel ähnlich denen der Geschichtsschreibung nutzt, um diese verdrängten Naturwissenschaftlerinnen wieder in den Kanon der Wissenschaftsgeschichte zurückzuführen.

Da ich jahrelang in der Gleichstellung gearbeitet habe, war mir dieses Thema ein absolutes Herzensthema, weil es die jahrhundertelange Ungleichbehandlung von Naturwissenschaftlerinnen anschaulich dargestellt und vor allem den Stellenwert von Literatur als gesellschaftskritisches Echo unterstrichen hat.   

Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?
Gab es besondere Schwierigkeiten oder Rückschläge und wie sind Sie damit umgegangen?

Die positivste Erfahrung an der Promotion war definitiv die Gemeinschaft unter den Promovierenden, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe.

Bis auf wenige Ausnahmen hat man gemerkt, dass alle sich gerne vernetzen und gegenseitig helfen wollen und dass vor allem alle unvoreingenommen sich die Erfahrungen der anderen angehört und bei Problemen geholfen haben. Gleichzeitig war es für mich eine unglaublich tolle Erfahrung, sich so lange mit einem Thema, für das man wirklich brennt, auseinandersetzen zu dürfen und Gleichgesinnte darüber kennenzulernen.

Rückschläge waren für mich definitiv die Pandemie und der eindeutige Generationenunterschied zwischen WiMis und Profs.

Die Isolation der Pandemie gepaart mit den teilweise sehr unterschiedlichen Herangehensweisen der unterschiedlichen Akteur:innen in der Wissenschaft hat gerade um die Mitte meiner Promotionszeit herum für viel Frust gesorgt und mich zwischenzeitlich auch daran zweifeln lassen, ob ich das Richtige für mich tue. Ein dickes Fell war da auf Dauer notwendig sowie liebe Mitpromovierende, mit denen man diese Sorgen sicher teilen konnte.

Wie haben Sie Ihre Promotion finanziert? (z.B. Stipendium, Anstellung, Eigenfinanzierung)?
Was haben Sie zur Qualifizierung während der Promotion gemacht?

Ich hatte das große Glück, die ganze Zeit während meiner Promotion angestellt gewesen zu sein, erst über ein Drittmittelprojekt, dann in der zweiten Hälfte über eine Haushaltsstelle bei meinem Erstprüfer.

Ich habe mich zusätzlich neben der Promotion aber auch fortgebildet, um auch außerhalb der Wissenschaft ggf. Fuß fassen zu können, z.B. mit einem Fernstudium zur Fremdsprachenkorrespondentin.

Wie haben Sie sich während der Promotionszeit motiviert, insbesondere auch in anspruchsvollen Phasen?
Motiviert hat mich oft einfach die Liebe zum Thema und zum Job. Auch wenn ich heute nicht mehr in der Wissenschaft arbeite und es auch nicht wieder tun möchte, war ich doch unglaublich glücklich mit der Tätigkeit, insbesondere der Lehre und dem Austausch mit einer jüngeren Generation an Wissenschaftsbegeisterten.

Und, wieder: Die Gemeinschaft unter den Promovierenden meiner AG war eine unglaubliche Stütze.

Wenn Sie heute auf die Promotionszeit zurückblicken: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Würden Sie sich noch einmal für diesen Weg entscheiden?
Würden Sie etwas anders machen?

Ich würde mich, obwohl ich viel Kritik am System äußern würde und zwischendurch auch wirklich nicht glücklich war, wieder dafür entscheiden, weil er mich dahin gebracht hat, wo ich heute bin und dort bin ich sehr glücklich.

Eine der größten Unterscheide wäre, dass ich mir mehr verschiedene Meinungen einholen würde und mich wahrscheinlich auch mehr nach außen hin vernetzen würde. Ich war absolut glücklich in meiner Community vor Ort, aber im Nachhinein hätte ich mutiger sein können und mich auch mehr international präsentieren können – da kam mir die Pandemie aber vermutlich auch sehr „entgegen“. 

In welchem Bereich arbeiten Sie heute?
Hängt die aktuelle Tätigkeit mit der Promotion oder dem Fachgebiet zusammen? 

Ich arbeite heute im Berufungsmanagement an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaft, immer noch in Bremen. Inhaltlich hängt das wenig mit meiner Promotion zusammen, aber die ganze Gremienarbeit, die ich während meiner Promotion und in meiner Arbeit in der Gleichstellung gemacht habe, hat mir ziemlich sicher diese Position ermöglicht. Man sollte nie unterschätzen, was alles neben der Promotion einem später Türen öffnen kann!

Welchen Ratschlag/welche Worte würden Sie aktuell Promovierenden mit auf den Weg geben wollen?
Wichtigste Worte: Das wird alles. Wirklich.

Ratschläge: Eine abgegebene Dissertation ist besser als eine vermeintlich perfekte – done is better than perfect. Sucht euch Mitstreiter:innen, isoliert euch nicht, schreibt und forscht zusammen und genießt die Freiheit, die diese Zeit auch mit sich bringt!

Was haben Sie studiert und wo?
Wie kam es zu der Entscheidung für eine Promotion?
Welche Promotionsform haben Sie gewählt (Unipromotion, kooperative Promotion, etc.) und warum?

Ich habe an der Hochschule Osnabrück Betriebswirtschaft in Einrichtungen des Gesundheitswesens studiert - damals noch Diplomstudiengang - und anschließend den Master Management im Gesundheitswesen ebenfalls an der Hochschule Osnabrück absolviert.

Den Weg in die Wissenschaft habe ich eigentlich eher zufällig eingeschlagen: Während des Masters bot sich die Gelegenheit, als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig zu werden. Die Entscheidung zur Promotion war dann kein bewusster, plötzlicher Schritt, sondern vielmehr ein schleichender Prozess. Da ich aus einer Arbeiterfamilie komme, hatte ich zuvor keinerlei Berührungspunkte mit dem Thema Promotion und musste mir vieles erst erschließen. 

Da unsere Forschungsgruppe einen sehr engen Austausch mit der Universität Osnabrück pflegte, bot sich eine kooperative Promotion an. Als Promotionsform habe ich mich für eine kumulative Promotion entscheiden, da sie die Möglichkeit bietet, die eigene Forschung schon während der Promotionszeit sichtbar zu machen und frühzeitig in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen. 

Worüber haben Sie promoviert?
Was hat Sie an diesem Thema besonders interessiert?

In meiner Dissertation habe ich mich mit der Patientensicherheit im Kontext der Digitalisierung befasst - einem zentralen Thema des deutschen Gesundheitssystems. Besonders im Fokus standen die Schnittstellen der Versorgung, wie etwa Patientenübergaben, die als besonders fehleranfällig gelten. Ziel der Arbeit war es, die notwendigen digitalen Kompetenzen von Pflegekräften zu identifizieren, um Informationskontinuität zu gewährleisten und dadurch die Patientensicherheit zu stärken. Auf dieser Basis wurden Lernangebote entwickelt und erprobt, die zu einer sicheren und vernetzten Patientenversorgung beitragen sollen. Mich hat an diesem Thema vor allem die Verbindung von praktischer Relevanz und wissenschaftlicher Tiefe fasziniert - Patientensicherheit betrifft jeden Tag reale Menschen und zeigt, wie Forschung unmittelbar zu Verbesserungen im Gesundheitswesen beitragen kann. 

Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?
Gab es besondere Schwierigkeiten oder Rückschläge und wie sind Sie damit umgegangen?

Die Promotionszeit war für mich eine sehr vielseitige und lehrreiche Phase. Ich habe viele Freiheiten genossen, an spannenden Forschungsprojekten mitgearbeitet und dabei zahlreiche interessante Personen kennengelernt. Besonders bereichernd waren internationale Kooperationen und die Teilnahme an (internationalen) wissenschaftlichen Kongressen, die den Blick über den Tellerrand ermöglichten. 

Natürlich gab es auch Herausforderungen. So war die kumulative Promotionsform nicht immer einfach - insbesondere dann, wenn ein Paper abgelehnt wurde oder sich die Suche nach einem passenden Journal schwierig gestaltete. Dadurch kam es zu zeitlichen Verzögerungen. Außerdem war meine Stelle nicht explizit als Qualifizierungsstelle angelegt, sodass die Promotion oft neben den laufenden Forschungsprojekten stattfinden musste. Zeit war daher ein knappes Gut. Rückblickend waren das aber wertvolle Erfahrungen im Selbstmanagement und in der Priorisierung.

Wie haben Sie Ihre Promotion finanziert (z.B. Stipendium, Anstellung, Eigenfinanzierung)? 
Was haben Sie zur Qualifizierung während der Promotion gemacht? 

Finanziell war ich während der gesamten Promotionszeit gut abgesichert, da ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungsprojekten tätig war. Ich hatte das große Glück, eine Chefin zu haben, die sich sehr für die Weiterfinanzierung ihres Teams eingesetzt hat - so musste ich mit keine Sorgen um meine finanzielle Situation machen. 

Zur eigenen Qualifizierung habe ich verschiedene Weiterbildungen besucht, mich intensiv in der Forschungscommunity vernetzt und insbesondere durch die Publikationsarbeit viel über wissenschaftliches Schreiben und Projektmanagement gelernt.

Wie haben Sie sich während der Promotionszeit motiviert, insbesondere auch in anspruchsvollen Phasen?
In anspruchsvollen Phasen half mir vor allem der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen - zu wissen, dass man mit den eigenen Herausforderungen nicht allein ist, motiviert enorm. Auch kleine Teilerfolge, etwa ein angenommener Artikel oder positives Feedback auf einer Konferenz, gaben neuen Schwung. Letzlich war es aber das Interesse am Thema selbst, das mich immer wieder angetrieben hat. 

Wenn Sie heute auf die Promotionszeit zurückblicken: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Würden Sie sich noch einmal für diesen Weg entscheiden? Würden Sie etwas anders machen?

Wenn ich heute auf die Promotionszeit zurückblicke, überwiegen eindeutig die positiven Erfahrungen. Ich habe gelernt, wie wichtig Vernetzung und Austausch sind - niemand promoviert wirklich allein. Die kumulative Promotion hat mir geholfen, meine Forschung sichtbar zu machen und mich frühzeitig in der Scientific Community zu positionieren. 

Rückblickend würde ich vielleicht etwas 'egoistischer' mit meiner Zeit umgehen und klarer Grenzen ziehen, um den Fokus stärker auf die Dissertation zu legen. Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden.

In welchem Bereich arbeiten Sie heute?
Hängt die aktuelle Tätigkeit mit der Promotion oder dem Fachgebiet zusammen?

Heute bin ich weiterhin im Gesundheitsbereich tätig. Ich arbeite mit einer halben Stelle als Koordinatorin des GesundheitsCampus Osnabrück und mit der anderen Hälfte als Koordinatorin der Talentakademie Health & Living. Auch thematisch konnte ich an meine Promotion anknüpfen: In einer europäischen Fachgesellschaft im Bereich Medizin- und Gesundheitsinformatik engagiere ich mich in einer Arbeitsgruppe zum Thema Weiterbildung.

Welchen Ratschlag/welche Worte würden Sie aktuell Promovierenden mit auf den Weg geben wollen?
Mein wichtigster Rat: Durchhaltevermögen ist entscheidend. Man muss lernen, über den eigenen Schatten zu springen und sich nicht entmutigen zu lassen - weder von Rückschlägen noch vom Vergleich mit anderen, die vielleicht schneller sind. Jeder Promotionsweg ist individuell, und das ist völlig in Ordnung. 

Was haben Sie studiert und wo?
Wie kam es zu der Entscheidung für eine Promotion?
Welche Promotionsform haben Sie gewählt (Unipromotion, kooperative Promotion, etc.) und warum?

Ich habe Nautik (B.Sc.) und International Maritime Management (M.Sc.) an der Jade Hochschule in Elsfleth studiert und arbeitete im Anschluss mehrere Jahre bei der Wasserschutzpolizei Bremen.

Durch Zufall erfuhr ich von einem damaligen Kollegen, dass an der Universität Vechta das Promotionskolleg „ProNaut“ für Nautiker geplant wurde. Da ich schon länger Interesse an einer Promotion hatte, kam „ProNaut“ für mich wie gelegen. Bei meinem Vorhaben kam de facto nur eine kooperative Promotion in Frage, weil sowohl nautische als auch soziologische Expertise gefragt war. Dies ließ sich ideal in einer kooperativen Promotion mit der Universität Vechta und der Jade Hochschule realisieren.

Worüber haben Sie promoviert?
Was hat Sie an diesem Thema besonders interessiert?

Ich habe über die Verschmutzung der Meere durch Müll, der von Schiffsbesatzungen eingebracht wird, promoviert. Das Thema hat mich besonders interessiert, weil ich während meiner eigenen Seefahrtzeit erlebt habe, dass gelegentlich Müll im Meer entsorgt wurde, obwohl dies gesetzlich verboten ist. Mich interessierten insbesondere die Beweggründe für das Verhalten.

Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?
Gab es besondere Schwierigkeiten oder Rückschläge und wie sind Sie damit umgegangen?

Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist mir der herzliche Kontakt zu meiner Doktormutter und die netten und spannenden Gespräche mit meinen Interviewpartnern. Die Etablierung des „ProNaut“ an der Uni Vechta war eine Geduldsprobe, da es universitäre Widerstände und Vorbehalte gegen das Promotionskolleg gab und die Promotionsordnung der Universität neu erlassen werden musste, damit auch Absolventen von Fachhochschulen die Möglichkeit zur Promotionszulassung bekamen.

Über längere Zeit hatte ich die Befürchtung, dass meine Promotion an bürokratischen Formalien scheitern könnte, was sehr belastend war. Erfreulicherweise musste ich mir über die Finanzierung der Promotion keine Sorgen machen, da ich zu dieser Zeit schon berufstätig war.

Wie haben Sie sich während der Promotionszeit motiviert, insbesondere auch in anspruchsvollen Phasen?
Meine Dissertation verfasste ich fast ausschließlich während der Corona-Lockdowns in einer kleinen Zweizimmerwohnung. Wenn ich während des Schreibens etwas antriebslos wurde, motivierte ich mich immer mit dem Gedanken, dass man diesen trostlosen Freiheitsentzug nicht besser nutzen könne als mit dem Schreiben einer Dissertation. Außerdem erreicht man erfreulicherweise irgendwann einen persönlichen Point of no Return und es gibt zum Fertigstellen der Dissertation keine plausible Alternative mehr. 

Wenn Sie heute auf die Promotionszeit zurückblicken: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Würden Sie sich noch einmal für diesen Weg entscheiden? Würden Sie etwas anders machen?

Für mich war die Promotionszeit eine tolle Erfahrung. Es war spannend, sich mit einem selbsterlebten Problem wissenschaftlich intensiv zu beschäftigten und im Ergebnis auch Lösungsvorschläge unterbreiten zu können.

Spätestens seit dem erfolgreichen Abschluss meiner Promotion weiß ich, dass auch große Ziele erreichbar sind, wenn man es wirklich möchte. Ich habe meine Entscheidung, zu promovieren, nie bereut und würde es jederzeit wieder im Rahmen einer kooperativen Promotion machen.
Auch die Universität Vechta und die Jade Hochschule kann ich nur empfehlen. 

In welchem Bereich arbeiten Sie heute?
Hängt die aktuelle Tätigkeit mit der Promotion oder dem Fachgebiet zusammen?

Ich bin vor ein paar Jahren wieder in meine alte Heimat ins Rheinland zurückgekehrt und habe mich von der Wasserschutzpolizei Bremen zum Hauptzollamt Aachen versetzen lassen. Hier mache ich derzeit den Aufstieg in den höheren Dienst und bin Leiter einer Abteilung mit über hundert Mitarbeitern. Meine aktuelle Tätigkeit hat keinen Bezug zu meiner Promotion. Ich halte es aber für durchaus vorstellbar, künftig im Rahmen einer behördlichen Tätigkeit wieder mehr mit dem Thema „Seefahrt“ in Berührung zu kommen.

Welchen Ratschlag/welche Worte würden Sie aktuell Promovierenden mit auf den Weg geben wollen?
Promovierenden kann ich nur empfehlen, sich von Rückschlägen (die erlebt jeder!) nicht entmutigen zu lassen und immer nachzufragen, wenn man Fragen hat.

Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man das, was viele andere vor einem geschafft haben, selbst auch schaffen kann. Dann klappt das schon…